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TVG Pulheim: Tier-Info Februar 2004

 
TIER-INFO Übersicht
Gänsern-
dorf

Dringend Hilfe für Gänserndorf

Es geht ums Überleben von ca. 850 Wildtieren. Alle haben ein schlimmes Schicksal hinter sich,…Tierversuche, Zirkus etc.

Infos:

Gänserndorf ist im EU-Raum die einzige Auffangstelle für Wildtiere. Herr Scheiflinger (Geschäftsführer) und seine Mitarbeiter sind Tag und Nacht bereit, gequälte Wildtiere aufzunehmen und von überall her abzuholen.

Der Safaripark verfügt auch über einzige Tierschutzprojekte, z. die ehemaligen Baxter-Affen, "Home of the Grey" (Elefantenauffangstation). Hier lebt z. B. ein bengalischer Tiger, der 10 Jahre in einem verrosteten Zirkuswagen eingekerkert war, er bekam vorher kaum Wasser und war schwerst nierenkrank.

Bitte unterstützt uns im Kampf um Gänserndorf. Für weitere Infos bin ich unter 0043 664 566 7661 erreichbar. Elisabeth Dravecz


Der Landeshauptmann Erwin Pröll hat überhaupt nichts sichergestellt. Futter hat nie gefehlt, die Tiere haben alles so wie früher. Pröll sagt auch, die Tiere würden so schnell wie möglich auf andere Zoos aufgeteilt. Dabei haben wir alle gemeinsam ein Wörtchen mitzureden.

Der alte Tiger Sascha z.B.: Der „gehört“ einigen österreichischen Tierschutzorganisationen. Wir alle haben uns finanziell am Bau seines Geheges beteiligt. FOR ANIMALS wollte auch zum Jahresende noch einen Teil des Reinerlöses der jährlichen Punschhütte zur Verfügung zu stellen. Wir ließen das Geld aber wegen der ungewissen finanziellen Lage bei uns liegen, damit es nicht womöglich in die Konkursmasse fließt. Außerdem zeigen die anderen Tierparks, auch Schönbrunn mit dem hoch gelobten Pechlarner, erst jetzt, wo die Medien dran sind, Interesse an den Tieren.

Früher hatte sich immer nur Gänserndorf bereit erklärt, diese geschundenen Geschöpfe aufzunehmen. Da war keine Rede von Herberstein und Co. Jetzt spielen sich alle als die großen Retter auf. Meine Kollegin Silvia und ich beknieen immer noch die Politiker, endlich diese Farce zu beenden und Gänserndorf endlich zur offiziellen und längst nötigen Wildtierauffangstation zu erklären. Dann lassen EU, Bund und Land zahlen. Scheinbar haben hier aber andere Interessen den Vorrang, Elisabeth Dravecz.

Protest-
brief

Protestschreiben von Helmut Rentsch

Sehr geehrter ….

Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass der Safaripark Gänserndorf kurz vor der Pleite steht. Am meisten hat mich dabei betroffen, dass es wieder einmal auf Kosten der Tiere gehen, und ihnen wegen der lapidaren Summe von 340.000,00 Euro eine Zwangseuthanasie drohen soll. 850 Wildtiere mit dem Tode zu bestrafen, weil sie von tierlieben Menschen aus einer hoffnungslosen Situation befreit wurden, wäre unverzeihlich und ein Verrat an der Schöpfung!

Sollten diese Meldungen zutreffen, wäre dies die größte Ohrfeige für den europäischen Tierschutz und ein ethischer Rückschlag, der schlimmer nicht sein könnte. Welch eine Vorstellung, dass Millionen und Abermillionen für zweifelhafte Tierversuche ausgegeben werden, beim Tierschutz hingegen bei den kleinsten finanziellen Unregelmäßigkeiten sofort alle Stricke reißen sollen. Ich habe ihr Land durch diesen Safaripark kennen und lieben gelernt, weil ich es phantastisch gefunden habe, dass bei Ihnen solch ein Projekt möglich ist, während hier in Deutschland geplante Tierschutzprojekte wie Auffangstationen für Wildtiere durch endlose Bürokratie und Behördenwillkür verhindert werden.

Ich war sogar schon am überlegen, ob ich die nächsten Jahre Deutschland verlasse, um bei Ihnen für den Tierschutz tätig sein zu können. Durch die letzten Zeitungsartikel, die ich in der österreichischen Presse lesen musste, brach für mich fast eine Welt zusammen. Anfangs dachte ich, es kann sich nur um eine Zeitungsente oder einen ganz bösen Traum handeln, bis ich die Meldung doppelt und dreifach erhielt.

Bitte unternehmen Sie alle Anstrengungen, dass dieser Park am Leben erhalten wird. Die Schließung des Parks mit allen Folgen, wäre ein unersetzlicher Verlust, nicht nur für Ihr Land, sondern für ganz Europa. Pilotprojekte wie dieser Park sind nicht immer einfach zu handhaben, aber gerade für die heutige Zeit unabdingbar. Überlegen Sie sich gut was wichtiger ist. Dieser Park - oder vielleicht ein Paarhundert Meter Autobahnabschnitt.

Selbst 2,5 Millionen Euro sind für ein Land wie Ihres eine verschwindend kleine Summe. Der ideelle Gegenwert des Parks ist damit überhaupt nicht aufzuwiegen. Wir leben in einer Welt, die von Tag zu Tag gefühlsärmer wird. Sorgen Sie dafür, dass diese Armut vor Ihren Grenzen Halt macht und das Ausland
weiterhin zu Ihnen aufschauen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Rentsch, Gruppe Tigerschutz


Standard-Antwortschreiben:

Sehr geehrte …

Das Bürgerservice des Herrn Bundeskanzlers bestätigt den Erhalt Ihrer E-Mail und erlaubt sich, Ihnen Folgendes mitzuteilen: Einleitend dürfen wir uns herzlichst bedanken, dass Sie Ihr Anliegen betreffend den Weiterbestand des vom Konkurs bedrohten Safariparks Gänserndorf an uns heran getragen haben. Nach Rücksprache mit der zuständigen Stelle im Amt der Niederösterreichischen Landesregierung stellt sich die Sachlage folgendermaßen dar:

Die Niederösterreichische Landesregierung hat beschlossen, das von der Geschäftsführung vorgelegte Sanierungskonzept prüfen lassen und finanzielle Unterstützung über Niederösterreichs regionale Entwicklungsgesellschaft Eco Plus in Aussicht gestellt, um den Fortbestand des Tierparks bis zum Beginn der Sommersaison Anfang April zu sichern. Darüber hinaus sollen hinsichtlich der Finanzierung noch weitere Gespräche zwischen der Geschäftsführung des Safariparks und Baxter – das Pharma-Unternehmen trägt die Kosten für die „Schimpansenpension“ im neu errichteten „Affenhaus“ – folgen.

Allgemein besteht von allen Seiten großes Interesse an der Erhaltung des Safariparks: Die wichtigsten Gläubiger (etwa die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse) haben derzeit noch keine rechtlichen Schritte gesetzt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere auch die zahlreichen Spenden besorgter Tierfreunde für Tierfutter hervorzuheben, die über die Weihnachtsfeiertage eingegangen sind. Angesichts dieser konstruktiven Perspektive ist somit zu hoffen, dass die engagierten Mitarbeiter, die insbesondere dem Wohl der Tiere verbunden sind, weiterhin von vorzeitigen Austritten wegen Verzugs bei der Zahlung der ausständigen Gehälter absehen.

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hat ausdrücklich festgehalten, dass das Schicksal der Tiere im Safaripark Gänserndorf nicht mit dem wirtschaftlichen Schicksal des Tierparks verbunden werden darf. In diesem Sinne wurde auch bereits mit der Österreichischen Zoo Organisation ein Übereinkommen getroffen, durch das die Versorgung der 850 Tiere in jedem Fall weiter gewährleistet ist. Die Österreichische Zoo Organisation hat sich bereit erklärt, bei Bedarf neue Plätze für die Tiere aus Gänserndorf zu suchen und für eine artgerechte Unterbringung zu sorgen.

Wir hoffen, mit diesen Ausführungen zu einer klaren Darstellung beitragen zu können und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

MR Dr. Ludwig Follner

Bürgerservice des Bundeskanzlers

Abteilung I/12

Ballhausplatz 1

A – 1010 Wien

Fax : +43 1 53115-4274

Email: ludwig.follner@bka.gv.at

Briefe

Korespondenz Christina Kremer

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedanke mich für Ihre ausführliche Antwort und habe erfreut zur Kenntnis genommen, dass der Safaripark erhalten bleiben soll.

Der einzige Punkt in Ihrer Erklärung, der mich noch etwas beunruhigt, ist die Tatsache, dass wohl auch angedacht wird, Tiere des Safariparks in anderen Zoos unterzubringen. Nun bin ich zum einen mit den Verhältnissen in Zoos und auch mit denen des Safari-Parks etwas vertraut. Und bisher war es immer so, dass beispielsweise die Elefanten deswegen immer im Safaripark untergebracht wurden, weil die anderen Zoos eine artgerechte Haltung nicht gewährleisten konnten.

Des weiteren befinden sich zum Teil sehr alte Tiere in dem Safaripark z.B. der alte Tiger Sascha, für die ein Umzug in eine andere Umgebung eine extrem große Beeinträchtigung ihrer Seelen- und Gesundheitslage, wenn nicht sogar den frühzeitigen Tod bedeuten würde. Alte Bäume verpflanzt man nicht. Ich hoffe, dass Sie bei Ihren Überlegungen diesem Umstand Rechnung tragen.

Meiner Meinung nach wäre es für die Tiere das beste, wenn die vertraute Umgebung in jedem Fall erhalten bliebe und lediglich der Safaripark an sich auf eine solide finanzielle Basis gestellt würde. Eine Umsiedlung und Umverteilung auf Zoos halte ich für den falschen Weg. Und ich glaube, da stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da.

Mit freundlichen Grüßen

Christina Kremer, IfT-Mitglied

Aktuell

Gänserndorf muss gerettet und ausgebaut werden! Unabhängig von den Wirtschaftsinteressen von Zoo, Zirkus oder Pharma

Aktuell: Dutzende Autos, darunter TV-Übertragungswagen, Reporter usw. stehen im und vor dem Areal. Alle wollen hungernde Tiere und weinende Pfleger sehen. Die ÖVP aus dem Bezirk hat Kartoffeln angekarrt, aber die Tiere weigern sich, diese zu essen. Frau Onodi hat als Landeshauptmann-Stellvertreterin verhandelt, da ihr das Tierschutzreferat unterliegt, hat aber versagt. Gibt es eine versteckte Agenda der „Landesentwickler“? Der österreichische Bundeskanzler schweigt und die Landesregierung verzögert.

Protest!

Fordern auch Sie die Rettung für 850 Wildtiere!

… schreiben Sie bitte Leserbriefe an österreichische Zeitungen und Politiker:

MR Dr. Ludwig Follner

Bürgerservice des Bundeskanzlers,

Abteilung I/12, Ballhausplatz 1

A – 1010 Wien

und

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Landhausplatz 1

A - 3109 St. Pölten

Telefonnummer: 02742/ 9005- 9005

Informieren Sie sich bitte auch aus anderen Quellen, bevor Sie die Berichte der Vertreter von Zoos oder sonstigen Interessengruppen glauben. Es wird höchste Zeit, dass in Europa zumindest eine Auffangstelle so unterstützt wird, dass sie unabhängig von gaffenden Besuchern den Tieren gerecht werden kann.

Zoo & Zirkus

Institution Zoo und Circus

Wenn der Zoo für Gefangenschaft und modernen Tier-Knast steht, dann steht der Tier-Circus für die dazugehörige Zwangsarbeit der traurigen Gefangenen. Viel unterscheidet diese beiden Institutionen nicht! Beide stellen Tiere zur Schau, um letztendlich daran Gewinn zu machen. Beiden Institutionen ist daher der Gewinn, die Wirtschaftlichkeit wichtiger, als das Tier. Beide Institutionen nutzen den neugierigen voyeuristischen Menschen aus, um mit ihrer Zur-Schau-Stellung – mittels Eintrittsgelder – ihre so genannte "Firma" am Leben zu erhalten.

Der Zoo mit dem Werbeslogan "ein Tier mal in seiner natürlichen Umgebung zu sehen". Der Zoo stellt selbstverständlich KEINE natürliche Umgebung dar, sondern eher eine künstlich empfundene und nachgestellte Umgebung - also Betrug! – natürliche Umgebung ist in nur die Natur selbst.

Der Circus mit dem Werbeslogan "tolle Tiere bei ihren tollen Kunststücken sehen, darüber staunen, sich darüber freuen". Den Tieren wurden diese Kunststücke oftmals unter Schmerzen und verbunden mit Tierquälerei beigebracht.  Also erfreuen wir Menschen uns am Leid der Tiere - das aber wissen wir nicht, denn es wird uns vorenthalten - also auch Betrug.

Leider ist es so, dass unsere Gesetzgebung diesen Betrug schützt - durch Gesetze. Wie kann so etwas möglich sein?

1. Indem die Gesetze so gestaltet sind, dass sie sowohl dem Circus als auch den Zoos die Zur-Schau-Stellung erlauben. Dies geschieht durch eine behördliche Genehmigung, die beantragt und bewilligt wird. Die entsprechenden Behörden, die sich sehr wohl mit der Umsetzung der Antragstellung auskennen, haben allerdings keine Ahnung von den wirklichen "Bedürfnissen" eines Tieres.

2. Mittels dieser Gesetze wurden für Zoos und auch für Circusse so genannte Leitlinien und Richtlinien erlassen, welche die Bedürfnisse der Tiere erklären bzw. regeln sollen. Wohlgemerkt Richtlinien, also keine Vorschriften! Vergleichbar ist eine solche Richtlinie mit einem Verkehrszeichen zur Richtgeschwindigkeit auf der Strasse - also nur als Empfehlung, nicht als Pflicht anzusehen. Durch diese Richt- und Leitlinien ist es den Institutionen möglich, bestimmte Verhältnisse (z.B. Behandlung, Haltung, Ernährung der Tiere) zugunsten des Gewinnes bzw. der Wirtschaftlichkeit der Institution zu verschieben.

Wie sehen solche Verschiebungen zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit aus?

Im Zoo: Überzählige Tiere, die den Zoos als Kassenmagneten dienen, wenn sie noch klein und niedlich sind, werden - wenn sie "übrig" sind weil auch andere Zoos schon zu viele haben - an die Raubtiere in den Zoos verfüttert, an Tierversuchslabore abgegeben oder in anderer Weise "verbraucht".

Im Circus: Tiere, die in Circussen nach jahrelangem Missbrauch alt und gebrechlich geworden sind, werden eingeschläfert. Für sie gibt es keine Rettung mehr. Hier wird auch das Gesetz gebrochen, das einem Tierarzt verbietet, ein gesundes Tier einzuschläfern. Sie sind lediglich zu alt, um die Kunststücke aufführen zu können: "Keine Wirtschaftlichkeit – kein Lebensrecht!"

Schutzbehauptungen der Institutionen Zoo und Circus

Zoo: Zoos berufen sich fast immer auf ihre "Wissenschaftlichkeit" und auf ihr "Europäisches Erhaltungszucht Programm EEP". Ein wissenschaftlich geführter Zoo würde sozusagen alles Mögliche zur Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Tierart tun, nur, um dieses Tier für die Nachwelt zu erhalten. So wird z.B. ein Elefant künstlich besamt, er bringt sein Baby hinter Gittern im Wurf-Gefängnis zur Welt, das Baby - wenn es überlebt - dient lediglich wieder der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, denn es wird an andere wissenschaftliche Zoos verkauft, um dort den gleichen Weg seiner Eltern zu gehen! In der freien Natur Afrikas oder Indiens ist die Fortpflanzung viel problemloser, bringt aber keinerlei "Gewinn" ein. So auch bei Löwe, Tiger, Giraffe...

Circus: Der Tier-Circus verweist fast immer auf die "Jahrhunderte alte Tradition" der Circus-Tierkunststücke. Uralte Zöpfe müssen manchmal abgeschnitten werden - so hat es der moderne Mensch mit Kannibalismus, Steinigung, Schamanentum, Aberglauben, Menschenhandel schließlich auch getan.

Ein winzig kleiner Schritt ist schon in Richtung Anti-Tierausbeutung geschehen: Der Bundesrat hat die Regierung aufgefordert, ein Gesetz zur Abschaffung der Elefanten und Bären sowie anderer Groß-Wildtiere im Circus zu verabschieden. Nun ist es an der Zeit, dass dieses Gesetz endlich zustande kommt.

Lasst uns alle dafür eintreten, dass aus geeigneten (nicht "wissenschaftlichen") Zoos Auffangstationen für die Circus-Tiere geschaffen werden, damit ihnen wenigstens zum Ende ihres Leidensweges Circus ein schöneres Dasein gegeben werden kann. Für die Rückführung in ihre einstige Freiheit, die Natur, ist es für Circus-Tiere zu spät. Für die Tiere in den Zoos ist es noch nicht zu spät!

muzie_Ines, Januar 2004

ECOTERRA e.V.

Mitstreiter bei IfT – Internet(z)werk für Tiere

Medien

Der folgende Beitrag erschien in einer österreichischen Tageszeitung, ist aber inzwischen von der Website der Zeitung entfernt worden - warum???

Kärntner wollen auf Elefantenjagd

So genannte Jäger und auch Trophäensammler bekunden Interesse am Abschuss der Wildtiere im von einem Konkurs bedrohten
Safaripark Gänserndorf. Betriebsleiter und Tierschützer empört.

GÄNSERNDORF, KLAGENFURT. Fassungslos zeigte sich gestern der aus Ungarn stammende Betriebsleiter des Safariparks Gänserndorf, Laszlo Töröek, im Gespräch mit der neuen "KÄRNTNER TAGESZEITUNG".

Tatsächlich haben nämlich bei ihm diverse Herren - darunter auch Kärntner - vorgesprochen, die sich für den Abschuss von Tieren im Park interessieren. Wie bereits berichtet, steht der Safaripark Gänserndorf vor dem finanziellen Ruin. Über die Unterbringung der Tiere im Falle einer Schließung des Parks wird seit Wochen spekuliert. Der Tierpark Schönbrunn und der Wildpark Her-berstein haben sich angeboten, Tiere aufzunehmen. Entschieden ist aber noch nichts. Jetzt wollen Weidmänner das Problem lösen - mit ihren Gewehren.

Besonderes Interesse, so Töröek, haben die so genannten Jäger an Elefantenköpfen bekundet, die ihnen "in der Trophäensammlung noch fehlen" würden. Landesjägermeister Ferdinand Gorton zu den jüngsten Vorkommnissen: "Ein solches Ansinnen hat mit der von uns in Kärnten praktizierten Jagd, die sich als Hege- und Pflegedienst an Tieren versteht, nichts  zu tun."
Ausschließen könne er es aber freilich auch nicht, so Kärntens oberster Weidmann.

Bernhard Wadl, Chef des Kärntner Jagdaufseherverbandes: "Möglich ist alles. Mit einem Abschuss in Gänserndorf könnten sich die Herren die Flugkosten nach Afrika sparen. Befürworten kann ich ein solches Vorgehen allerdings keinesfalls."

Silvia Summerer von der Tierschutzorganisation "For Animals" versteht die Welt nicht mehr ob so viel Berechnung: "Da wird über die Köpfe der noch lebenden Elefanten versucht, ein Geschäft abzuschließen, und das von Männern, die sich Jäger nennen."

Eine weitere Meldung aus der Gerüchteküche macht den Tierschützern Kopfzerbrechen. Der Pharmakonzern Baxter soll den Tierpark übernehmen. "Das Schicksal der Tiere wäre damit aber auch ungewiss, da das Unternehmen Baxter Tierversuche durchführt", gibt Summerer zu bedenken.

REGINA SCHWARZFURTNER

Quelle: KTZ content

Musterbrief

Musterbrief

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

Sehr geehrte Damen und Herren.

Mit großer Sorgen müssen wir die Entwicklungen zur Situation des Safaripark Gänserndorf in Österreich beobachten. Diese Anlage ist die einzige Wildtier-Auffangstation im Gesamtraum der Europäischen Union (EU) und hat bereits in vielen Fällen bewiesen, dass es dem dortigen Management tatsächlich und zunehmend um die Hilfe für Wildtiere aus einer die Tierschutzgesetze verletzenden Gefangenschaftshaltung, aus verwahrlosten Schaustellunternehmen und aus unerlaubtem privaten Besitz, wo jeweils die Fachkunde und Situation für
eine artgerechte Haltung  fehlten, geht.

In vielen Fällen war Gänserndorf der Rettungsanker für eine große Zahl von - auch seltenen - Tieren, denen bereits die Todes-Spritze des Amttierarztes drohte, weil sie behördlich aus den o.g. Situationen verfehlter Haltung zwar befreit wurden, aber die Behörden auch keine alternativen Unterbringungsmöglichkeit stellen konnten. Europaweit bekannt wurden die vorbildlichen Einsätze der Mitarbeiter der Auffangstation Gänserndorf im Zusammenhang mit der Freigabe der ehemaligen Baxter-Affen, also insbesondere der Schimpansen aus den Versuchslabors des Pharmakonzerns Baxter.

Der Saat Österreich ist weltweit vorbildlich im Hinblick auf die zukünftige völlige Untersagung von Wildtierhaltungen oder -schaustellungen in Zirkus-Unternehmen und hat seine besonders auch europäische Vorreiter-Rolle in Sachen Tierschutz bereits mehrfach unter Beweis gestellt.

Daher gehen wir davon aus, dass Sie sich mit aller Kraft dafür einsetzen werden, dass Gänserndorf nicht nur erhalten bleibt, sondern zukünftig mit vermehrten finanziellen Zuschüssen des Staates Österreich und aus der Landeskasse, aber besonders auch mit der finanziellen Hilfe der EU zu einer für ganz Europa zentralen Auffangstation für geschundene Wildtiere erweitert und ausgebaut wird, die dem steigenden Bedarf nach einer solchen Station gerade im Zusammenhang mit dem Verbot für Wildtier- Zirkusunternehmen, welches sich auch in der Bundesrepublik Deutschland durchsetzen wird, decken kann. Wir wünschen uns, dass Ihre Standhaftigkeit, Ihr Weitblick sowie Ihre Verantwortungsbereitschaft Gänserndorf den notwendigen finanziellen Rahmen schaffen wird, den die Station braucht - nicht nur für den Weiterbestand und damit auch die Überlebenssicherung der sich dort bereits befindenden Tiere, sondern auch für eine zügige Vergrößerung, um ihre europaweit bedeutsamen Aufgaben zu erfüllen.

Wir bitten Sie daher dringend um ihre Unterstützung der Wildtierauffangstation Gänserndorf und die Pläne für eine finanzielle Sanierung, Aufrechterhaltung und den Ausbau. Bitte informieren Sie uns umgehend, falls es gegen jegliche Vernunft doch zu einer kritischen Situation kommen sollte. Einen europa-weiten Skandal, wie es ihn in jüngster Vergangenheit mit der Schließung des Zoos von Glasgow gegeben hat, gilt es unseres Erachtens hier jedoch zu vermeiden.

Im festen Vertrauen auf Ihre persönliche Einflussnahme zur Rettung und Erweiterung der Europäischen Wildtier-Auffang-Anlange Gänserndorf, verbleiben wir

Gruss / Name / Adresse

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ECOTERRA Intl.

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