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Wolfsmeeting in Rietschen

Zur Seite: Jagd und Wölfe
06.04.2004, Rietschen im Landkreis Niederschlesische Oberlausitz (Zentrum unserer sächsischen Wolfspopulation) - eine von der "Sächsischen Zeitung" initiierte Diskussionsrunde mit ca. 300 Teilnehmern.


Hier der Kurzbericht von Günter Voigt:

99%-iger Tenor: Wir können unsere Landschaft deutschland- und evtl. sogar weltweit mit der Wiederansiedlung der Wölfe bekannt machen, dies sollte auch genutzt werden.

Eine Forderung nach Abschuss der Wölfe wurde vehement abgelehnt. Auch der Verein "Sicherheit und Artenschutz" hat eine Wendung um 180 Grad vollführt. Dessen Sprecher, Christian Lissina, öffentlich zu dieser Diskussion: "Der Antrag auf Abschuss war nur ein juristisches Problem. Jetzt soll das Reg.-Präsidium bzw. das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft konkrete Fakten auf den Tisch legen, die ein Richter überprüfen soll."

Ist Nonsens, da hier bis zum Europäischen Gerichtshof geklagt werden müsste, wenn dieser eine derartige Klage überhaupt annimmt. Herr Lissina wurde konkret gefragt, ab Herr Bachmann bei einer (nur theoretisch angenommenen) Abschussgenehmigung mit Flinte in den Wald gegangen wäre, um Wölfe zu schießen. O-Ton: "Ein 73-jähriger Mann geht doch nicht mehr in den Wald, um Wölfe zu schießen."

Bemängelt wurde die schlechte Informationspolitik des SMUL. Der Referatsleiter Artenschutz, Dr. Gruschwitz, hat noch im November 2003 von 24 bis 28 Wölfen in der Umgebung gesprochen. Lt. Frau Gesa Kluth sind gesichert 8 bis 9 Wölfe da, also weit weniger.

Im Land Brandenburg gibt es bisher keine eindeutigen Fakten, dass sich dort Wölfe niedergelassen haben. Aber: Brandenburg hat die Öffentlichkeitsarbeit weit besser organisiert als Sachsen: In jedem Kreis gibt es ehrenamtliche Helfer, die Infos zusammentragen und die gesammelten Infos auch mit der Bevölkerung auswerten, also ein richtiger Umgang mit dem Phänomen "Wolf in Deutschland".

Der zuständige Landrat in NOL (Niederschlesischer Oberlausitzkreis) will jetzt nachziehen und einen "Wolfsmanager" benennen, der die Informationsstrecke betreut. Von den ursprünglich 9 Mischlingswelpen (mittlerweile von mehreren Experten als solche eingeschätzt, obwohl noch kein DNA-Gutachten vorliegt) sind die zwei eingefangenen Wolfshybriden im Nationalpark Bayrischer Wald in einem Gehege.

Sie sollen nach Sachsen zurückkommen und evtl. in Rietschen in ein Gehege mit ausreichend Rückzugsmöglichkeiten kommen. Also war die Fangaktion umsonst. Der Verbleib der anderen 7 Welpen ist ungeklärt, es sind keine Hinweise zu deren Aufenthalt vorhanden. Warscheinlich ist, dass sie der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen sind (45% bis zu 90% der Welpen überleben das erste Jahr nicht).

Sollten keine weiteren Wölfe aus Polen einwandern, besteht die hohe Gefahr, dass die sächsischen Wölfe aussterben.

Lediglich Alpha-Wolf- und -Wölfin pflanzen sich fort, Welpen werden mit der Geschlechtsreife aus dem Rudel verjagt, Inzest findet nicht statt.
Derzeit nur ein kleines Rudel mit Alpha-Wolf und -Wölfin und deren Welpen von 2002 (nicht mehr lange) sowie den Welpen von 2003 und eine einzelne Wölfin, deren "Fehltritt" die sächsischen Beamten aus der Fassung brachte.



 

 



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