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Der Wolf in den Medien - NDR-Beitrag

Zur Seite: Jagd und Wölfe - Pressespiegel

Zu: Sendung vom 11.04.2004 "USA: Wolfsjagd in Alaska"


Infotext im Internet zum Beitrag

"USA/Wolfsjagd in Alaska: Die Jäger kommen mit Flugzeugen. Sie überfliegen die unwegsame Wildnis Alaskas auf der Suche nach Wölfen. Aus der Luft orten sie die Rudel. Für den Schuss landen sie. Die Jäger haben die staatliche Lizenz zum Schießen von Wölfen. Die Hatz aus dem Hubschrauber sorgt für Aufruhr unter den Bewohnern Alaskas. Die Atabaskan-Indianer freuen sich über die Hilfe von oben. Die Wölfe schnappen ihnen die Elche vor der Nase weg, deren Fleisch die Ureinwohner lieber selbst verspeisen..." Quelle: weltspiegel


Hier der Zuschauerbrief von Wolfgang Epple, 12.04.04:

Weiterleitung von www.tierlieb.net
Tierschutz- und Tierrechts Newsletter bundesweit Menschen für Tierrechte - TVG Saar e.V. - Von tvgsaar1@aol.com 12.04.2004


Wölfe, Sendung vom 11.04.04

Offener Brief an die verantwortliche Redaktion der Sendung "Weltspiegel" der ARD

Passau, den 12. April 2004

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich mich bereits am 29. März 2004 zu einem tendenziösen und die journalistische Sorgfaltspflicht verletzenden Beitrag über Wölfe in Finnland in der Sendung vom 28. März 2004 (Autor Tilmann Bünz/NDR) an Sie gewandt hatte, gestatten Sie mir bitte, dass ich den "Weltspiegel" des Ostersonntags (11. April 2004) als Anlass für eine weitere Wortmeldung nehme.

Natürlich haben Sie es nicht für nötig befunden, auf die Kritik am Machwerk zu den Wölfen in Finnland zu reagieren. Wie sollten Sie auch, müssten Sie doch die stümperhafte Arbeit jenes Journalisten, dem Sie diesen Bericht abgekauft haben, einlassen.

Dass aber gerade einmal zwei Wochen später erneut zum Thema Wölfe, diesmal aus Alaska, in schier unerträglich tendenziöser und überaus ignoranter Art und Weise berichtet wird, überrascht selbst Kenner der Klitsch-Klatsch-Journalisten-Szene, aus der Sie offensichtlich diese "Berichte" über Naturthemen beziehen.

Diesmal heißt der von sorgfältiger Recherche des Themas offenbar völlig unberührte Autor Thomas Berbner. Wieder wurde mit Gebühren der Teilnehmer am öffentlichen Medium, dessen Auftrag bestimmt nicht reißerische Tendenzberichterstattung ist, auf unwürdigste Weise Tendenz "gemacht".

Obwohl es Aufgabe Ihres Autors gewesen wäre, anstelle schlampiger Hopplahopp-Übernahme halber Wahrheiten gründlich zu recherchieren, ist es nun nötig, Ihnen öffentlich in aller Kürze jene "Nachhilfe" zuteil werden zu lassen über angeschnittene Punkte des Themas, die für Herrn Berbner entweder zu komplex, zu hoch, zu mühsam zu eruieren, oder aber, was man vermuten muss, einfach nicht passend in die vorgefaßte Tendenz des Berichtes waren:

  • Prädation von Elchen durch Wölfe: "Aufnahmen so grausam, dass wir sie nicht zeigen können", so der Tendenz-Text zu den eingespielten Bildern. Tatsache ist, dass Wölfe (Gewicht 40-60 kg) solch wehrhafte Tiere wie Elchbullen (in Alaska bis 600 kg und mehr) nur im Rudel jagen können. Dass kaum 10 % der Versuche dabei erfolgreich sind, dass Wölfe viele Tage lang einem Tier folgen, bis sie es endlich erlegen - oder eben aufgeben -, dass dies das von der Schöpfung (d.h.: im Laufe der Stammesgeschichte entwickelte) vorgesehene "Kräftemessen" zwischen Jäger und Gejagtem ist, dass dabei - und gerade im Falle der Konstellation Elchbulle/Wolf die Beute reelle Chancen hat, zu entkommen (im Gegensatz zur Erlegung durch hochtechnisch aufgerüstete "menschliche" Jäger aus dem Hinterhalt mit Dum-Dum-Jagdgeschossen), all das ist seit Jahrzehnten Lehrbuch-, ja Schulbuchwissen der Ökologie. Fressen- und Gefressen-Werden als Naturgesetz. Neu für Ihren Autoren? Warum gerade im Falle des Wolfes "grausam"?
  • Dass darüber hinaus jene nordischen Wälder mit ihren extrem langsamen jährlichen Wuchsleistungen "darauf angewiesen" sind, dass große Pflanzenfresser wie Elche natürliche Gegenspieler haben, auch das ist solches Wissen ("Wo der Wolf wechselt, wächst der Wald", heißt ein altes russisches Sprichwort hierzu). Davon weiß Ihr ignoranter Berichterstatter wirklich nichts?
  • Besonders perfide dann die Tendenz bei der Darstellung und geschickten "Verwendung" der (sozialen) Situation der indigenen Völker Nordwest-Nordamerikas. Die verhungern jetzt wegen der "Wolfsplage"? Aber nein, so doch nicht! Bekannt ist, dass diese Menschen zur Zeit für den Ausrottungsfeldzug gegen die Wölfe nicht nur in Alaska, sondern auch im Nordwesten Kanadas förmlich missbraucht werden. Hunderte und Tausende von Kilometern in und über die Wildnis fliegen, dort aus dem Flugzeug Wolfsfamilien liquidieren, das hat nichts mit überlebensnotwendiger Bedürfnisjagd zu tun. Zu schwer für Herrn Berbner, die perfiden Zusammenhänge aufzudecken?

Diese verwerfliche Art der "Jagd" (man ist versucht, dieses kaltblütige Vernichten anders zu bezeichnen) trägt das Weltbild der Mickey-Mouse und des einseitigen Hasses gegen Beutegreifer in die letzten noch íntakten Lebensgemeinschaften der nördlichen Breiten. Dies gerade auch in der Folge der verfehlten Naturschutz-Politik der Regierung Bush (jener hat ja ein Vorwort geschrieben zu einem Buch :"kill and grill"). Und der Weltspiegelautor T. Berbner ist intellektuell überfordert, das zu durchschauen? Nein, das mag man nicht glauben. So viel dumme Dreistigkeit an ein und demselben Thema.

Was steckt hinter dem 14-tägigen Doppelschlag des Weltspielgels gegen den Wolf? Welche dumpfen Mütchen werden da gekühlt?
Eine neue Osterbotschaft? Statt Friede mit der Schöpfung Gottes nun der gnadenlose endgültige Ausnutzungs- und Vernichtungsfeldzug? Transportiert durch die scheinbare "Seriosität" einer bisher angesehenen Magazinsendung? Wölfe halten dafür her, das ist schon seit Zeiten der Hexenverbrennung bekannt.

Man möchte sich für Ihre beiden ignoranten Berichte und ihre Urheber, die Herren Tilmann Bünz (für die Wölfe Finnlands) und Thomas Berbner (für Alaskas Wölfe) am liebsten entschuldigen. Aber die unschuldigen Wildtiere. die hier verfemt werden, verstehen die Sprache der Hetze nicht, und sie sind stumm, was ihr Anliegen eigenen Lebensrechtes betrifft. Sie würden ohnehin die Umtriebe in den machtstrotzenden Medienpalästen so wenig verstehen wie das, was in den Köpfen solcher Bericht-"Macher" vor sich geht.

Aber wir Mitmenschen, die wir eine Ahnung von jenem stummen Appell aller sinn- und schmerzbegabten Geschöpfe um Schonung und Unversehrtheit haben, wir können uns wenigstens schämen für Sie. sehr geehrte Damen und Herren Verantwortliche.

Schämen für Ihre Schamlosigkeit. Das tue zumindest ich, und beziehe noch jenen notorisch wiederholten NDR-Film "Invasion der Krähen", ähnlich bösartiges Machwerk zu anderen ungeliebten Geschöpfen, mit ein, dessen Urheberin Frau Margarete Runte-Plewnia ist. Und ich bin mir gewiss, dass viele Menschen, denen Mitgeschöpflichkeit als holonische Umhüllung der Mitmenschlichkeit kein Fremdwort ist, ähnlich empfinden.
Wer weiß, aber die Hoffnung stirbt zuletzt: eines Tages, so die Vision, gäbe es in der Friedens-Osterzeit eine Sendereihe zum nötigen Frieden mit der uns überantworteten Schöpfung in einem Magazin, das dann den Namen "Weltspiegel" inhaltlich wieder verdiente.

Mit hochachtungsvollem Gruß
Dr. Wolfgang Epple
Biologe/Ethologe
Eduard-Hamm-Straße 10/76
94036 Passau

Zuschauerresonanz von Günter Voigt, 12.04.04

Sinnverzerrende Beiträge zu Wölfen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr nunmehr zweiter "Beitrag" zu den Wölfen, diesmal in Alaska, kann schlimmer nicht sein.

Wieder wird ein "Rotkäppchenmärchen" aufgewärmt, wieder werden die Wölfe verteufelt, wieder glaubt ein "Journalist", sich mit falschen und tendenziösen Berichten profilieren zu müssen, und dies alles mit den Geldern der Steuerzahler.

Damit wird selbst die sog. Boulevard-Presse, die gewiss nicht zimperlich in der Wahl und Ausgestaltung von Themen ist, noch weit übertroffen. Letztlich ist der NDR ein öffentlich-rechtlicher Sender.

Warum lassen Sie denn nicht die Massenhaltung von Hennen in Legebatterien "verherrlichen", warum finden Sie denn nicht die grauenvollen Tiertransporte quer durch Europa völlig in Ordnung, warum brechen Sie nicht für Tierquäler und Möchtegern-Rambos mit Flinten, die alles abschießen, was Ihnen in die Quere kommt, eine Lanze, warum?

Solange Sie derart tendenziöse Berichterstattung nicht nur zulassen, sondern sogar noch fördern, solange Sie Beiträge senden, für die sich ein ehrlicher Journalist schämen muss, solange bleibt der NDR von meinem Fernseher und Radio verbannt.

Ich habe dazu aufgerufen, dass sich meiner Initiative weitere Tierfreunde bundesweit anschließen. Wenn die Zuschauer-/ Zuhörerquoten sinken, wird hoffentlich die Intendanz des NDR endlich richtige Entscheidungen treffen und derartige Beiträge ein für allemal verbannen.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Voigt




 

 



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