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Tierfotos Ferkel auf der IGW, Kaninchen auf der IGW, Kätzchen Sammy. Quelle: Viola Kaesmacher)

Leserbrief zu Pelz-Artikel

Stuttgarter Zeitung
"Pelze lassen wegen der milden Winter Haare"
vom 27. Januar 2004


Hier der ganze Leserbrief:

Wie abgestumpft, nur auf sich selbst bezogen oder gefühllos müssen doch die Zeitgenossen sein, die beim Anblick ihres Schnitzels, bei der Einnahme ihrer „Medizin“ oder beim „Streicheln“ ihres schönen Pelzmantels nicht das sehen, was dahinter steckt: entsetzlich leidende Tiere beim Geschlachtet-Werden im Schlachthof (oder lebendig in den Sack gesteckt und so vergraben ...), traumatisierte Tiere bei Tierversuchen in zahlreichen Tierversuchslabors oder wie in diesem Fall: die dahin vegetierenden „Pelz“tiere in erbärmlichen Tier“farmen“.

Diese „Pelz“tiere leiden nicht erst, wenn ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird. Nerze, Füchse und viele andere „Pelztiere“ überleben gerade so in engen Käfigen. So eingepfercht, die Käfige neben- und übereinander gestapelt, ohne Auslauf, vegetieren sie zu Hunderten in den sogenannten „Tierfarmen“ dahin.

Die Pfoten der Tiere sind oftmals eine einzige Wunde, da der Käfigboden auch nur aus Drahtgitter besteht, damit ihre Fäkalien gleich durch den diesen fallen können. Der Geruch in und um diese „Tierfarmen“ ist so widerwärtig, wie die gesamten Haltungsbedingungen.

Körperlich verkrüppelt und psychisch zerstört, warten die völlig verängstigten und geschockten Tiere nur darauf, um nach einigen Monaten das Genick gebrochen zu bekommen oder - bis das tödliche Gift, in den After eingeführt, die Erlösung bringt.

Dasselbe geschieht in Asien mit Hunden und Katzen, denen vorwiegend für den deutschen Pelzmarkt, ein ähnlich brutales Schicksal blüht. All diese Tiere werden nur gesehen und behandelt wie irgendwelche Gegenstände oder Sachen. Auch in diesem Artikel entdeckt man nirgends, dass es bei der „Pelzproduktion“ um eine brutale Methode geht, Mitgeschöpfen wegen ihres Pelzes ein fürchterliches Leben aufzuzwingen - und zum Abschluss ihres Martyriums einen entsprechenden grauenhaften Tod.

Aber nein - viele Menschen tun so, als ob sie das alles gar nichts anginge. Und die Tierschützer werden immer noch als exotische Zeitgenossen oder - wenn überhaupt: als Randnotiz abgetan. Es ist schon ein deprimierender Zustand zur Kenntnis zu nehmen, dass sich die Menschheit nicht aufmacht, dieses Elend zu sehen, und diesem völlig überflüssigen Gemetzel Einhalt zu gebieten.

Peter Gernbacher


P.S.: Für weitere Recherchen empfehle ich z.B.: www.google.de Pelztiere und als Anlage sende ich Ihnen die Horrorzahlen der Pelz-„Produktion“ europa-, weltweit im Jahre 2002 zu:

  • Während in Österreich der Pelzhandel weiter stagniert, steigt die Pelz"produktion", d.h. die Anzahl der für die Pelzgewinnung getöteten Tiere, weltweit weiter an.
  • Oslo For Auctions berichtet, dass die Anzahl der im Jahr 2002 getöteten Nerze um 1% über der im Jahr 2001 liegt.
  • Weltweit wurden 2002 insgesamt erstmals wieder über 30 Millionen Nerze getötet, genau 30.865.000 einzelne Individuen.
  • Und im Jahr 2002 wurden sogar 5% mehr Füchse auf Pelzfarmen getötet wie im Vorjahr, insgesamt 4,5 Millionen.

Zahlen aus Skandinavien:

Nerze:

  • Denmark kills more mink than any other country. The number killed this year was the same as last year - 12,2 million. This amounts to more than 40% of the mink killed worldwide.
  • Norway killed 360.000 mink, 30.000 more than last year
  • Sweden killed 1,4 million in 2002 compared with 1,325 million
  • Iceland killed 165.000, which was 5.000 more than the year before
  • The number of mink killed in Finland held steady at 2 million
  • The five Scandinavian countries killed a total of 16,1 million mink, compared to 16 million last year.

Füchse:

  • The Finns killed 2.1 million foxes, about 2% less than last year because of the botulism problem
  • Norway increased its kill total to 230.000
  • but Denmark remained stable at 30.000
  • and Iceland 18.000, respectively
  • The total number of foxes killed by Scandinavian countries is estimated to be 2.028.000, pretty much the same as last year

Nerze anderswo:

  • The U.S. killed about 1% fewer mink than last year – a total of 2.550.000
  • Russia killed 2,7 million, 8% more than last year
  • China killed 1,7 million mink, 15% fewer than last year
  • Canada increased the number of mink they killed by 4% to 1,2 million

Quelle: Sandy Parker Reports 28. 10. 2002
US-amerikanisches Pelzmagazin.


... und das hat die Stuttgarter Zeitung draus gemacht:

In den Stuttgarter Nachrichten, abgedruckt am 27.01.2004, (richtig: 10.02.2004)

Deprimierend

zum Artikel: "Pelze lassen wegen der milden Winter Haare"
vom 27. Januar:

Wie abgestumpft oder gefühllos müssen doch die Zeitgenossen sein, die beim Anblick ihres schönen Pelzmantels nicht das sehen, was dahinter steckt. Nerze, Füchse und viele andere Pelztiere vegetieren zu hunderten in den so genannten Tierfarmen. Die Pfoten der Tiere sind oftmals eine einzige Wunde, da der Käfigboden nur aus Drahtgitter besteht. Körperlich verkrüppelt und psychisch zerstört, erwartet die völlig verängstigten Tiere der Genickbruch oder ein tödliches Gift. Viele Menschen tun so, als ob sie das alles nichts anginge. Und die Tierschützer werden immer noch als exotische Zeitgenossen oder als Randnotiz abgetan. Es ist schon ein deprimierender Zustand zur Kenntnis zu nehmen, dass sich die Menschheit nicht aufmacht, diesem völlig überflüssigen Gemetzel Einhalt zu gebieten.

Peter Gernbacher



 

 



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