Fotos aus dem Abteipark in Pulheim-Brauweiler: Minki

Minki
Pate werden

Minki ist die die Mutter von Benny und Timmy.

Minki, die clevere Katzenmutter

Jedesmal, wenn ich den ersten Fütterungsplatz aufsuchte, um die Futternäpfe aufzustellen, schien mir, als ob Mäuse zu allen Seiten davon huschten. Oder waren es vielleicht sogar Ratten? Jedenfalls war es ein unbehagliches Gefühl und ich stellte schnell die Näpfe hin, um mich genau so schnell wieder zu entfernen.

Doch diesmal hatte ich mir Zeit genommen und beobachtete aus sicherer Distanz die aufgestellten Futternäpfe, die ich ausnahmsweise vor die Sträucher gestellt hatte. So konnte ich wenigstens sehen, wer sich über das mitgebrachte Futter hermachte.

Es dauerte nicht lange und eine grau-getigerte Katze mit weißem Lätzchen lugte vorsichtig unter einem Strauch hervor. Sie fing an zu essen und dann sah ich, wie nach und nach vier kleine Kätzchen auf staksigen, unsicheren Beinchen sich zu ihr gesellten.

Das waren also die vermeintlichen "Mäuse" oder "Ratten", die jedes Mal davon huschten, wenn ich den Futterplatz aufsuchte. Für mich stand fest: Die Kleinen müssen eingefangen und vermittelt werden. Außerdem sehen sie dürr und nicht wie kleine Wollknäuel aus. Sie scheinen nicht genug zu essen.

Ab sofort stellte ich in meiner Mittagspause zusätzliches Futter auf, damit die Kleinen sich rundherum satt essen konnten. Die Katzen-Lebendfalle blieb lange Zeit ungenutzt, denn Minki - so nannte ich die Mutter der Kleinen - war sehr klug und hatte ihre Kinder zum absoluten Misstrauen gegen mich und die Falle erzogen.

Mir blieb kaum eine Möglichkeit, Mutter und Kinder tierärztlich versorgen und Minki unfruchtbar machen zu lassen, denn erst nach Wochen entdeckte ich, dass sie in einem Kaninchenbau unter der Erde wohnten. Kein Wunder also, dass sie immer schnell - "wie vom Erdboden verschluckt" - verschwunden waren.

Bald verließ Minki ihre Kinder und tauchte täglich am zweiten Fütterungsplatz an der Abtei-Kirche auf. Ihre Kinder Benny (schwarz-weiß), Timmi (schwarz-grau-getigert), Freddy (grau-getigert mit großem weißem Lätzchen) und Nicki (ebenfalls grau-getigert mit kleinem weißen Lätzchen) aber blieben weiterhin am ersten Platz.

Sie wurden mit der Zeit immer zutraulicher, so dass ich sie einfangen und tierärztlich versorgen lassen konnte. Allerdings war es zu spät, sie in eine Familie zu vermitteln. Also brachte ich sie nach dem Arztbesuch und nachdem sie drei Tage in meiner Wohnung randaliert hatten, in ihren gewohnten Lebensraum zurück.

Viele Abende standen wir - Gerd oder ich; manchmal auch gemeinsam - im Park und warteten darauf, dass nun auch endlich Minki in die von uns aufgestellte Lebendfalle gehen sollte. Aber Minki war viel zu klug um uns "auf den Leim zu gehen". Manchmal standen wir dort tagelang, ohne Minki überhaupt zu sehen. Eines Tages rief uns eine Anwohnerin an, um uns mitzuteilen, dass eine Katze mit ihren fünf Jungen wie Geister aus der Erde gekommen wären. Genau an dem Platz, wo früher die Wäscherei gestanden habe. Sie könne sie von ihrem Fenster aus beobachten. Die Kleinen sähen sehr erbärmlich aus und wir sollten sie doch um Himmelswillen einfangen bevor sie verhungern!

Es war tagsüber ein von Menschen sehr frequentierter Platz. Dennoch stellten wir abends unsere Katzen-Lebendfalle neben dem Erdloch auf und beobachteten von unserem parkenden Fahrzeug aus wie Minki tatsächlich vorsichtig aus dem Loch hervor lugte.

Sie lief an uns vorbei in Richtung Futterplatz. Aber dort mussten zunächst alle Katzen auf das ersehnte Futter warten. Minki kam sehr bald wieder zurück und schlich mehrmals um die Falle herum. Das darin aufgestellte Futter war offensichtlich sehr verlockend. Nun kamen auch die ersten beiden Kätzchen aus dem Erdloch hervor. Neugierig betrachteten und beschnupperten sie die Falle. Eines der Kleinen ging sogar hinein, aber Minki zog es sogleich wieder heraus und schubste es in Richtung Erdloch. Die Kleinen verschwanden und wir erlebten von unserem Beobachtungsposten aus ein wirklich faszinierendes Schauspiel.

Minki war unruhig und sehr nervös. Sie verließ den Platz mehrmals für kurze Zeit sehr eilig, nachdem sie zuvor ihre spielenden Kleinen mehr oder weniger zum Erdloch geschubst oder getragen hatte. Sie war scheinbar auf Futtersuche; musste aber unverrichteter Dinge wieder zu ihren Kindern zurück kommen. Eine Weile war keine der Katzen zu sehen. Dann tauchte Minkis Kopf fast unbemerkt aus dem Erdloch auf. Nur die Ohren bewegten sich.
Vor unserem Fahrzeug hatte sich eine Taube niedergelassen und im Nu schoss Minki wie ein Blitz aus ihrem Erdloch hervor, packte die Taube und verschwand mit ihr im Erdreich. Wir packten unsere Sachen samt Katzen-Lebendfalle ein, um uns am nächsten Abend hier wieder einzufinden.

Es war ein stürmischer und regnerischer Tag. Dennoch wollten wir nichts unversucht lassen, die Tiere einzufangen. Irgendwann musste es doch gelingen!

Auch an diesem Abend lief Minki mehrmals an unserem Fahrzeug vorbei. Ihre Kinder aber sahen wir nicht. Nach etwa einer Stunde brach ein schlimmes Unwetter los. Entsetzt sahen wir wie die Wassermassen in das Erdloch eindrangen, in dem Minki mit ihren Kindern wohnten.

Erschüttert schauten wir zu, wie die besorgte Katzenmutter eines ihrer Kinder aus dem Erdloch heraus trug und an den Rand setzte, um abermals eines ihrer Kinder zu holen. Schnell sprang ich aus dem Wagen, holte das nasse Bündel und reichte es Gerd weiter, der es in den mitgebrachten Transportkorb setzte. Auch das zweite Kätzchen setzte Minki vor meinen Füßen ab und verschwand wieder in dem trichterförmigen Loch.

Wie gerne hätte ich ihr geholfen ihre Kinder vor der Flut zu retten, aber der Eingang war viel zu tief und zu eng, als dass ich mit der Hand hinein langen konnte. Außerdem verliefen dort unten große Rohre. Der Weg war steil und glitschig und das eindringende Wasser erschwerte der Katzenmutter zusätzlich den Ausstieg.

Minki kam ohne ein weiteres Kätzchen gerettet zu haben zurück und lief schnell davon. Wir sprachen kein Wort. Uns war klar, dass die anderen Kleinen ertrunken und von der Flut fortgespült worden waren...

Das weiße Fell der beiden Katzenkinder war nass und schmutzig. Ohrmilben und Schnupfen plagten sie sehr. Aber sie haben alles gut überstanden und wohnen nun bei einer lieben Familie. Unser leider viel zu früh verstorbenes Mitglied, Käthe Laufenberg und ihre beiden Jungen, Markus und Joachim, leisteten mir an diesem Tag ein wenig Gesellschaft.

Es war frustrierend, täglich die Katzen-Lebendfalle aufzustellen und darauf zu hoffen, dass Minki endlich hinein gehen würde. Der alte Kater Mohrle saß zwischen den beiden Jungen auf der Bank und ließ sich von ihnen streicheln. Käthe ging hin und wieder und schaute, ob Minki nicht doch schon in der Falle sitzen würde. Ihre Ungeduld nervte mich und ich versuchte ihr klar zu machen, dass sie Minki nicht verscheuchen solle und man das Klappern der zuschlagenden Türe sofort hören würde, wenn eine Katze in die Falle hinein ginge.

Aber zum Glück hörte sie nicht auf meine Worte. Sie nahm den Transportkorb in die linke Hand, den sie hinter sich und ihren weiten Rock zu verstecken suchte. Mit der rechten Hand nahm sie eine Futterschale aus meinem Korb und ging langsam in gebückter Haltung zum Fütterungsplatz.

Ich sah nicht, dass Minki in eines der Futterhäuschen gegangen war und wunderte mich über Käthes Verhalten. Leise sprach sie auf die sehr scheue Katze ein und stellte die Futterschale in den Eingang des Häuschen. Nun holte sie den Transportkorb hinter ihrem weiten Rock hervor und stellte ihn direkt vor den Eingang. Minki ging wie selbstverständlich in den Transportkorb hinein und ließ sich von Käthe ins Auto tragen. Noch nie war ich derart sprachlos...

Als ich Minki nach den obligatorischen drei Genesungstagen in den Park zurück brachte, lief sie aus dem Transportkorb schnurstracks über die Wiese auf eine mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Insel zu. Dort blieb sie einen Augenblick lang stehen und schaute sich nach mir um, grad so, als wollte sie "Danke" sagen. Dann entschwand sie zwischen den Sträuchern. Am nächsten Tag erschien sie wie gewohnt am Fütterungsplatz. Von nun an hatte sie keine Nachwuchssorgen mehr!

Trudi Straeten

update Oktober 2004: Minki ist tot


Fotos und Geschichten rund um die Abteipark-Katzen, z.B. Benny Blacky Hektor Minki Möhrchen Oschi Timmy


Sie möchten die Tierschutzaktivitäten unterstützen? Übernehmen Sie eine Patenschaft Katzen im Abteipark. Nehmen Sie bitte Kontakt auf. Trudi und Gerd Straeten freuen sich auf Sie! Tierversuchsgegner Pulheim e.V., Menschen für Tierrechte, Bernhardstr. 62, 50259 Pulheim-Brauweiler, tel./fax 02234 - 812 84. E-Mail: Tierinfo@gmx.de

Spendenkonto: Tierversuchsgegner Pulheim e.V., Kreissparkasse Köln, Kto 0156001487, BLZ 37050299
IBAN : DE62 3705 0299 0156 0014 87
SWIFT-BIC : COKSDE33
Stichwort Spende oder Patenschaft für ...
Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenquittung!

Wenn Sie persönlich mit einer Futterspende helfen möchten: In Pulheim und Frechen werden Futterspenden für den Verein gerne von der Fa. "Freßnapf" entgegen genommen!

 

www.ift-onlinezentrale.de