Offener Brief an den Deutschen Tierschutzbund
Präsident Herrn Apel
(onlinestellung auf IfT am 31.05.2004;
Autorin ist der Redaktion bekannt)
zu der Veröffentlichung in „Du und das
Tier“, Ausgabe 2/2004
Zum Artikel "Catnapping – Freund vermisst"
des DTB
1. Teil (Autorin: Kerstin Schniederkötter)
Es ist ja ein superguter Rat, Hunde und Katzen nachts
im Haus zu behalten. Bei Hunden ist das in der Regel
möglich, aber probieren Sie das mal mit Katzen,
die in ländlicher Umgebung aufgewachsen sind und
jahrelang Freiheit genossen, sie ausgerechnet in lauen
Sommernächten einzusperren. – Was passiert:
sie machen künftig einen großen Bogen um
ihren „Dosenöffner“, entwickeln eine
regelrechte Panik – so jedenfalls meine Erfahrung.
Da im übrigen Tiere auch tagsüber verschwinden
(angebundene Hunde vor Supermärkten z.B. oder Katzen
in den frühen Morgen- oder Nachmittagsstunden),
ist diese Taktik auch nicht besonders effektiv.
- Wie wollen Sie Täter erwischen, die insbesondere
nachts on Tour sind? Wer kann sich Nächte um die Ohren
schlagen, wenn er berufstätig ist?
- Tagsüber werden sie sich schon gut absichern, sie
wollen ja schließlich nicht beobachtet werden.
- Haben Sie schon einmal tagsüber einen Einbrecher
gesichtet? – Nein? Wieso werden dann trotzdem
immer wieder speziell vormittags oder auch in den
früheren Abendstunden Häuser und Wohnungen
aufgebrochen?
- Kann doch gar nicht sein, vielleicht beklauen sich
ja die Betroffenen selbst und verwüsten dann
alles oder engagieren sie einen Freund dafür?
– Das fällt mir zu Ihrer Art der Argumentation
ein.
Vorgehensweisen...
Ab und zu wurden in Zusammenhang mit dem Haustierklau
ja auch Fremde gesichtet (in der Regel in einiger Entfernung).
Die Fänger sind offenbar sehr geschickt, bis heute ist
nicht klar, welches Lockmittel sie verwenden.
Lockmittel...
Es muss auf jeden Fall etwas sein, was im Handel nicht
ohne weiteres zugänglich ist. Ich habe alle probaten
Mittel ausprobiert (um schwierige Katzen aneinander
zu gewöhnen), geholfen hat schier gar nichts. – Vielleicht
wäre das für die berufsmäßigen Tierschützer mal eine
Aufgabe, darüber ließen sich doch möglicherweise die
Verteiler ausfindig machen.
Anzeigen und Tataufklärung...
Es geht gar nicht in erster Linie darum, wenn ein Diebstahl
der Polizei gemeldet wird, dass diese auch tataufklärend
tätig wird – das tut sie in der Regel sowieso
nicht. Es geht darum, Fakten zu schaffen, um die Politik
unter Druck zu setzen. Bisher wird immer wieder argumentiert,
es lägen der Polizei keine oder kaum Anzeigen vor.
Das ist richtig: viele Leute scheuen den Aufwand, weil
sie sich davon nichts erhoffen und es gibt auch immer
noch einige, die nicht informiert sind.
Unseriöse Tierschutzorganisationen?
Was sind übrigens unseriöse Tierschutzorganisationen?
Unterscheiden sie sich möglicherweise von den „seriösen“?
dadurch, dass sie ehrenamtlich tätig sind?
- Steht nicht gerade der Tierschutz bei Insidern in
dem Ruf, Korruption geradezu magisch anzuziehen (z.B.
indem Spenden bar vereinnahmt werden, die dann nirgends
in den Büchern auftauchen)?
- Sind nicht immer wieder Funktionäre großer Organisationen
aufgefallen, nachdem sie Millionen an Spendengeldern
veruntreut haben (wo man es nachweisen konnte)?
- Fällt es niemandem auf, dass sich gewisse Tierschützer
ganz offensichtlich „eine goldene Nase“
verdienen?
Es wird unter der Hand manchmal bekannt, wenn Spendengelder
ohne Beleg geflossen sind und in „dunklen Kanälen“
verschwanden, (besonders ältere gutbetuchte Damen
machen diesen Fehler), nur kann man es mangels Beleg
eben nicht öffentlich machen bzw. gerichtlich verfolgen.
Dass damit auch und gerade „große Namen“
im Tierschutz genannt werden, ist kein Zufall. Die Gier
nach Macht und Ansehen zieht eben oft charakterlich
labile Menschen an und was verschafft mehr (vermeintliches)
Ansehen als Geld und Besitz?
Man sieht das ja auch deutlich an den meisten Politikern
und Managern: Sekt trinken und Selters predigen, das
ist hier das Motto. Die Steuerzahler und „kleinen
Leute“ zahlen die Zeche für unqualifizierte
Politiker, die sich für viel Geld (falsch) beraten
lassen (wer kann das sonst schon in seinem Job?), horrende
Pensionen beziehen etc. – trotz Unfähigkeit.
Die Firmen werden zu Tode saniert, Arbeitsplätze
verschwinden, aber vorher stopfen sich die Manager noch
die Taschen voll. Nur dass das Geld letztlich ihr Problem
- die krampfhafte Suche nach wahrhaftiger, bedingungsloser
Zuneigung und Anerkennung - nicht lösen wird.
Was den Tierschutz betrifft, kann man nur hoffen, dass
die oben angesprochenen Machenschaften irgendwann doch
auffallen und aufgeklärt werden. So mancher aus
der Umgebung dieser „Saubermänner“
wird sich dann erstaunt die Augen reiben. Eine Lösung
wäre, diese Leute mal bewusst „ins Messer“
laufen zu lassen – das nur als Anregung für
diejenigen, die die Möglichkeiten und den Mut dazu
haben!
Noch ein kleiner Hinweis...
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere ja auch
an einen Ausspruch wie: Besonders ältere Damen
lassen sich gut abzocken (sinngemäß). –
Dann verfolgen Sie doch mal den Werdegang dieser Person!
Durch Tierschutzarbeit sind schon viele arm aber auch
einige ganz schön reich geworden! Auf das endlich
diejenigen aus dem Tierschutz verschwinden, die sich
sehr gut verkaufen können, aber gleiches auch mit
ihren Idealen getan haben und in Wirklichkeit nur noch
ein Interesse verfolgen: nämlich sich selbst zu
Reichtum zu verhelfen, den sie vorzugsweise im Ausland
„verstecken“.
Soviel zu dem Thema seriöse und unseriöse
Tierschutzorganisationen.
Zum 2. Teil des Artikels Catnapping / Freund vermisst
(K. Schniederkötter / H. Betz)
Kontrollen?
Wer kontrolliert die Versuchstierzüchter und wie
oft? Hat das Beispiel Covance nicht erst vor kurzem
gezeigt, wie „effektiv“ Kontrollen von einigen
staatlich angestellten Veterinären tatsächlich
sind?
Das Deutsche Haustierregister des DTB und Tätowierung
Schön, das der DTB gleich für sich und sein
Haustierzentralregister Werbung macht, in dem auch sicherlich
überwiegend unterbezahlte Idealisten tätig
sind. Aber leider zeigt die Erfahrung, dass die Tätowierung
gegen Tierdiebstahl überhaupt nicht schützt,
denn ein Großteil der nicht wieder aufgefundenen
Katzen z.B. war tätowiert. Sicher finden auch Tiere
wieder nach Hause und werden dann nicht gemeldet, aber
es gibt eben auch eine große Anzahl derjenigen,
die nie wieder auftauchen.
Aufklärung seitens DTB?
Die Frage ist, wieso legt der DTB nicht Beweise vor,
wo doch ein hoch gelobter Journalist und Duzfreund von
Herrn Apel vor einigen Jahren schon im TV öffentlich
erklärte, er habe welche?
- Wieso gibt er diese dann nicht preis, recherchiert
interessanterweise aber auch (seit Jahren) nicht weiter
und ist für niemanden, von dem er unangenehme
Frage befürchtet, greifbar, da angeblich ständig
in totalem Arbeitsstress? – Was soll man davon
halten?
- Wer soll denn von den "unseriösen, nebenberuflichen"
Tierschützern diese Beweise erbringen können,
oder sollten es vielleicht die Betroffenen selbst
tun?
- Wozu kassiert der DTB jedes Jahr von gutgläubigen
Tierfreunden Millionen an Spenden und Erbschaften?
Doch nicht etwa um umfassenden Tierschutz zu betreiben?
- Und wieso tut er sich so schwer, von diesen Millionen
meinetwegen eine halbe (wenn es denn überhaupt
so viel sein muss) für dieses leidige Thema aufzuwenden?
Das alles nährt doch ebenso wie der Artikel "Catnapping"
erhebliche Zweifel an dem tatsächlichen Aufklärungswillen
des DTB.
Ich kann nur jedem Spender den guten Rat geben,
prüfen Sie genau, wem Sie Geld geben und geben
Sie es niemals in bar!
- Verschiebungen: Es gibt auch die These, dass
„der Tierschutz“ selbst (z.B. einige bundesweit
vernetzte Organisationen, die sogar staatlich gefördert
werden) Tiere untereinander „verschieben“,
denn die Vermittlungsgebühren bilden ja neben
den Spenden die Grundlage der Existenz, zumal der
„Umschlag“ in diesen Tierheimen immer
erstaunlich flott vonstatten geht, da man wohl nicht
so hohe Maßstäbe an die Interessenten legt.
Wie ich finde, eine ebenfalls nicht von der Hand zu
weisende Vermutung, wenn man die Aktivitäten
der verdächtigen Tierheime eine Weile verfolgt.
Vor allen Dingen gibt es oft frappierende Vermittlungserfolge
über Nacht (im wörtlichen Sinne). Wer so
etwas in seinem Verein schon beobachtet hat, der wird
spätestens jetzt hoffentlich hellwach!
- Tierhöfe: Es sind in der Vergangenheit auch
so genannte Gnadenhöfe aufgefallen, weil dort
Tiere auftauchten, die irgendwo vermisst wurden.
Aus irgendwelchen Gründen allerdings (weil man es
z.B. mit einen „gnädigen“ Richter
oder einem unwilligen Polizeibeamten zu tun hatte)
wurden Anzeigen letztlich niedergeschlagen und die
Betroffenen waren hinterher so zermürbt, dass
sie keine Kraft für weitere Auseinandersetzungen
hatten.
Der Absatz „Die vermissten Fälle lassen
sich erklären“
... ist der reine Hohn. Sie reden hier von einer offiziellen
Statistik – aber wie viele „Hinterhoflabors“ sind denn
davon erfasst? Es widerspricht außerdem nicht nur der
oben angeführte Aussage des besagten Journalisten, sondern
auch Veröffentlichungen, die Sie z.B. im englischen
Internet finden können.
- Vivisektionen: Und wer kontrolliert übrigens
die ausländischen Firmen, die für andere hier in Deutschland
auftragsmäßig Versuche durchführen? Woher will man
es denn überhaupt wissen, wenn die Firmen ihren eigentlichen
Zweck verschweigen? Da höre ich schon wieder
im Geiste: „Aber das wäre ja illegal!“
Dazu kann ich nur entgegnen: „Wo kein Kläger,
da kein Richter.“
- Auslandsverschleppung: Und warum soll es
nicht möglich sein, im Zuge der offenen Grenzen
die Tiere ins Ausland zu verfrachten, wahrscheinlich
betäubt, denn es sollen ja schon Tiere mit Verhaltensstörungen
und eigenartigen Verletzungen, die von einem Elektroschocker
stammen könnten, nach Tagen wieder zu Hause aufgetaucht
sein, d.h. sie hatten offensichtlich das Glück,
flüchten zu können.
- Jäger: Sicher kommen auch da und dort Jäger
in Frage, aber auch diese Argumentation kann so nicht
stehen bleiben. Es sind manchmal in einer Nacht in
einer Straße mehrere Katzen verschwunden. Da
die Katzen in der Regel nicht im Rudel kilometerweit
laufen, sondern die nahe liegenden Felder und Wälder
aufsuchen, würde jeder nächtliche Schuss
von irgendjemandem registriert. Dazu kommt: es kommen
auch Katzen in kleineren Städten weg oder im
innerörtlichen Bereich, wo kein Jäger schießen
kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er stattdessen
nachts mit dem Rucksack umherzieht und Katzen für
die Jagdhundeausbildung einfängt.
- Tier-/Katzenhasser: Tatsächlich kommen
auch Katzenhasser in Betracht, aber in der Regel klaut
sich ein solcher Mensch nicht in einer Nacht gleich
mehrere Katzen und danach wieder über viele Monate
bis Jahre nichts. Das widerspricht jeder psychologischen
Erkenntnis. Ebenso wenig wird er von Ort zu Ort ziehen.
Gute Organisation...
Zu den Kfz-Kennzeichen: Wer die einschlägigen
Fahrzeuge schon gesehen hat, dem fällt auf, dass
die Kennzeichen in der Regel total verdreckt sind oder
aber gefälscht, wenn mal eines (von "seriösen"
Tierfreunden) abgelesen werden konnte.
Die Kennzeichenbeleuchtung funktioniert meistens nicht
oder nicht ausreichend. – Wenn man mal davon ausgeht,
dass es sich hier um ein lohnendes Geschäft handelt,
was von entsprechend gewieften Kriminellen und ihren
gut instruierten Helfern geführt wird, dann wird
klar: alles ist bestens durchdacht und keineswegs dem
Zufall überlassen.
Das genau macht die Sache so schwierig und lässt
auch die engagierten Tierschützer immer wieder
fassungslos zurück. Man braucht dazu kein Abitur
– Gute Menschenkenntnis und die so genannte Bauernschläue
sind so mancher akademischen Ausbildung in diesem Metier
um Nasenlängen voraus.
Altkleidersammlungen
Hat man sich je die Mühe gemacht, die Altkleidersammler
(bzw. die von diesen beauftragten Sammlerorganisationen)
näher unter die Lupe zu nehmen?
- Wieso besteht oft ein zeitlicher Zusammenhang mit
den Sammlungen und dem Verschwinden etlicher Tiere?
Da könnte man doch, ohne große Kosten zu
produzieren, als erstes Detektive ansetzen. (Wobei
ich die woanders ansetzen würde, nämlich
da, von wo aus die Tiere dann wieder „im Verteiler“
landen, wenn man mal von dem Verdacht ausgeht, dass
Labors dahinterstecken.)
- Die Polizei kann ja immer nur tätig werden, wenn
ein ausreichender Verdacht besteht. Da es sich hier
aber um „Kleinkriminalität“ handelt, würde man auch
im "günstigsten" Falle keine tagelange Observation
erwarten können.
Beispiel Großraum München
Wenn im Großraum München ermittelt wurde
und es laut Kripo keine Anhaltspunkte für organisiertes
Verbrechen gab, denn schauen Sie sich doch mal den Fall
des alten Mannes aus dem Jahr 1997 aus dem Raum München
an:
- Der Staatsanwalt hat ihm unterstellt, dass er die
ca. 70 total verwahrlosten Tiere aus Tierliebe oder
was immer „gesammelt“ hat
- Es hätte einer Anweisung genau dieses Staatsanwaltes
bedurft, wenn er denn einen Verdacht abgeleitet hätte
(was allein in der Einschätzung besagten Staatsdieners
lag), diesen Menschen später eine Weile zu observieren.
- Ohne diesen „Marschbefehl“ geht in unserem
Beamtenstaat überhaupt nichts, aber dass müssten
auch die Juristen wissen, die der DTB beschäftigt.
Dieser Artikel ist nicht nur blauäugig, er
ist vor allen Dingen tendenziös, denn er vermittelt
den Eindruck, den Haustierklau gäbe es nur in den
Köpfen einiger verwirrter Zeitgenossen, respektive
der „unseriösen“ Tierschützer,
die es sicher auch gibt, aber nicht in dem Ausmaß,
wie hier dargestellt.
Ist er aber nicht in erster Linie dazu angetan, die
über viele Jahre hinweg zu verfolgende Untätigkeit
u. a. des DTB als der größten und finanzkräftigsten
deutschen Tierschutzorganisation zu sanktionieren? Und
wie will man mit einem solchen Artikel potentielle Spender
animieren?
Heidi K., Frankfurt
Linktipps
Dieses Thema in der TIER-INFO
Hinweis:
Wenn Ihr Haustier länger als drei
Wochen verschwunden ist, erstatten Sie unbedingt
Strafanzeige! Die Polizei ist verpflichtet, Ihre
Anzeige entgegenzunehmen und zu bearbeiten!
Einen Vordruck finden Sie hier: pdf-Dokument.
Bitte senden Sie eine Kopie Ihrer Anzeige
auch an das Ift, Trudi
Straeten.
Trudi Straeten
Tierversuchsgegner Pulheim e.V.
MENSCHEN FÜR TIERRECHTE
Internet(z)werk für Tiere
Mail-Adresse: Tierinfo@gmx.de |
zu anderen Themen: Jagd
- Pelz - Zirkus
- Zoo

|